Montag, 5. Februar 2018

Wer meine Katzen hat, braucht keinen Sport!

 Wißt ihr, warum wir Katzen haben? Damit wir nicht in einen Sportverein eintreten müssen. Mein Frühsport besteht zuerst aus Nasentraining. Ein zarter Duft weht nach dem Frühstück durch das Haus. Nasenmuskulatur anspannen, schnüffeln - aha, Katzenklo ist fällig.
 Einmalhandschuhe an, Tüte von der Rolle nehmen und schaufeln. Bauchmuskulatur anspannen, warten! Denn: Wenn Mutter scharrt, fällt der Katze ein, es ihr gleich zu tun. Nochmal Tüte öffnen, etc.
Die Treppe hochrennen, Sauger vom Haken nehmen, durch das Erdgeschoss sausen. Terrassentür öffnen, Katzen rauslassen. Hinsetzen. Warten. Katzen stehen wieder vor der Tür. Bauchmuskulatur anspannen, aufstehen, Terrassentür öffnen. Katzen zeigen mir den Finger. Tür wieder schließen. Warten. Das Gleich nochmal, diesmal will nur eine Katze wieder rein. Den Rest könnt ihr euch denken.
 Am Vormittag dreimal Futtertüten öffnen, halbieren. Emil von Frasers Schüssel fernhalten, schimpfen. Bücken, vorher Gesäßmuskulatur wegen Bandscheiben anspannen. Schüsseln spülen, Spüle säubern. Handtücher in den Keller bringen. Kellertreppe saugen. Telefon klingelt im Arbeitszimmer. Aufstehen, Rücken schütteln, hingehen - Fakeanruf aus Italien. Zornfalten aus der Stirn ziehen, ins Bad gehen - eincremen. Katzen prügeln sich im Flur. Sauger von der Wand nehmen, Fell aufsaugen.
 Nach 12.00 Uhr mal aufs Bett sinken, Bandscheiben entlasten. Jetzt folgt Waschbretttrainingsprogramm. Auf keinen Fall entspannen, gleich kommt ein Kater. Emil kommt mit 5 Stundenkilometern gesaust und landet mit sechs Kilo und dürren Füßen voll auf dem Magen. Oberkörper saust nach oben, Halswirbel knackt, ich falle zurück aufs Kissen. Herz rast. Emil plaziert sich. Tap tap, Fraser folgt. Als edler Brite ist er natürlich nicht so ein Trampel und kommt von hinten, springt zart aufs Bett und drückt sich aus Eifersucht an mich. Entspannungsübungen, Atmung lockern. Emil zuckt, ich auch. Bauchmuskulatur spannt an, Emil dreht sich um. Fraser hat keine Lust mehr, steigt auf meinen Magen und verläßt das Bett nach links. Emil steht auf und legt sich wieder. Ich überlege, eine Magentablette zu nehmen. Es klingelt, der Postbote ist da. Bauchmuskulatur anspannen, freundlich die Haustür öffnen, nicht wieder hinlegen, bringt eh nix.
Emil hat Hunger, ich verweise ihn an das Trockenfutter. Will er nicht. Versuche, in der Küche zu arbeiten, falle ständig über Emil. Lendwirbel jaulen beim Sprung über das Tier. Waschkorb will im Esszimmer zusammengelegt werden, also der Inhalt desselben. Katze rausräumen, weit werfen, atmen. Nummer des Tierheims suchen, überlegen dort zu fragen, ob sie Katzen brauchen. Es klingelt, die Nachbarin holt ihr Paket. Stirnfalten glattziehen, hingehen, Katzen von der Tür fernhalten, damit sie nicht abhauen. Anschließend Brustwirbeltraining auf der Terrasse. Es ist kalt draußen. Rein kann ich nicht, dort sitzen zwei Kater an der Tür und blockieren sie vorwurfsvoll.
Später versuchen, ein Essen zu kochen. Mr. W. kommt strahlend nach Hause, nach einem Küsschen packt er Fraser und geht mit ihm auf dem Arm durch den Garten - spazieren. Emil will auch, abgelehnt. Zu wild, haut ab. Ich habe nichts gekocht, nicht möglich. Nummer des Restaurants anrufen, Essen bestellen. Oder weggehen. Katzen sind beleidigt und liegen im Bett. Staubsauger vom Haken nehmen, Flurteppiche vom Fell befreien. Am Abend Katzen auf dem Arm küssen, ins Bett bringen - anschließend ins eigene fallen - Entspannung macht sich breit - bis zum nächsten Morgen!

Kommentare:

  1. Guten Morgen.....hab ich dir schon mal gesagt, wie sehr ich deine Katzengeschichten liebe? :)
    Und deine Bilder erst .... die letzten beiden sind sooo wundervoll und automatisch steigen mir Tränen in die Augen, weil sie mich so sehr an unsere Lea erinnern, die leider nicht mehr bei uns ist.
    Ich wünsche dir/euch wundervolle Tage,
    lG Sabine

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  2. Ich lach mich schlapp, das kenne ich von meinem Sohn samt Schwiegertochter,
    das sind so zauberhafte Katzen.
    Man muß sie lieben, aber sind sie doch genügsam und das Katzenclo.
    Du hast zwei Kater?

    Mein Sohn hat einen Kater in lilac und eine Dame in blau.
    Aber sie können sich tatsächlich auch miteinander kämpferisch betätigen.

    Ich habe so gelacht, nein, du brauchst kein Training, das ist genug. :-)

    Lieben Gruß Eva

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  3. Das war herrlich,Sigrun, danke für die Aufheiterung am Montagmorgen! Man ist schon Sklave seiner Katze, da muss man durch. ;-)
    Liebe Grüße
    Daniela

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  4. Hallo liebe Sigrun,
    beim lesen deines Post musste ich so schmunzeln, dass ich dir unbedingt einen Komentar dazu schreiben muss. Du spricht mir so aus der Seele, dieser Tag könnte genauso auch bei mir stattgefunden haben, ich habe drei Kater unseren Felix eine 20 jährige Hauskatze, die ich sozusagen von meinem Opa mit unserem Haus zusammen geerbt habe und zwei junge norwegische Waldkatzen, die erst vor einen halben Jahr zu uns gekommen sind, ihr Frauchen musste sie aus persönlichen Gründen hergeben und ich könnte einfach nicht nein sagen. So lebe ich jetzt auch mit meinen drei Katzen und bin ihr persönlicher Türöffner, Kellner, Putzfrau , immer bereit zum streicheln und immer dabei Streit zu schlichten während des Essen usw. du weißt ja Bescheid. Aber ich würde keine von ihnen je wieder hergeben wollen und wenn sie mir um dir Füße schleichen, sich anschmiegen, durchs Haus toben oder mich bei der Gartenarbeit auf Schritt und Tritt begleiten dann bin ich eine sehr glückliche Katzenangestellte:)
    Ganz liebe Grüße Saskia

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    1. Hallo Saskia, danke für deinen langen Kommentar! Katzen führen Menschen zusammen, das sehe ich hier. Ich würd ja noch eine dritte nehmen, aber ich muss die Arbeit ja auch mal alleine machen können und das würde ich da vielleicht nicht schaffen, da es keine reinen Freigänger sind und sie auch noch gekämmt werden müssen. das mußte ich bei den EKH ja nie machen.

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  5. Herrlich, die Katzen als Trainingseinheit. So habe ich das noch nie betrachtet. Ich habe mich köstlich amüsiert, der Montag ist gerettet.
    Liebe Grüße
    Karen

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  6. Liebe Sigrun,
    wie heißt es doch so treffend: "Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal". Das kann ich nur bestätigen. (Ich hatte beides :-)) Wobei ich mir denken, kann, dass Du Deinen beiden Charmeuren sicherlich gerne hinterher räumst. Schließlich danken sie es einem auch mit herrlichem Geschnurre und Kuschelattacken.
    Liebe Grüße,
    Krümel

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  7. Was macht man nicht alles für zwei so hübsche Jungs ;-)
    Und fit bleibst du allemal!
    Ganz viele liebe Grüße
    sendet die Urte

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  8. Ja, so ist das mit den Stubentigern :-)
    Wir haben zumindest das rein/raus-Problem durch eine Katzenklappe gelöst. Nun muss ich aber immer ein Handtuch parat haben, um die schmutzigen Pfoten abzuputzen.
    Liebe Grüße, auch an die beiden Fellmonster
    Heike

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  9. Liebe Sigrun,
    was habe ich geschmunzelt als ich deine Zeilen las ....HERRLICH.
    Und jede Katzenmutti stimmt dir 100% zu. Man braucht kein Fitnessvertrag, man bräuchte eigentlich auch gar nicht arbeiten gehen, denn dazu hat man eigentlich gar keine Zeit. Du hast die ganz normalen Alltagsszenen herzallerliebst beschrieben und dazu noch diese so schönen Bilder von deinen Miezen. Es war eine große Freude diesen Post zulesen.
    LG Dany

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  10. Jawohl, so läuft das mit Katzen. Und die finden den kompletten Service nicht nur als richtig und notwendig, sondern als selbstverständlich. Kenne ich alles, nur dass ich noch einen 3. Kater habe, also alles hoch 3. :-D
    lg, Johanna

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  11. Was für ein straffes Fitnessprogramm! Also nach Langeweile sieht mir das nicht aus! Haha..
    Viele Grüße von
    Margit

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  12. Ja, so sind sie, die Katzen.
    Aber ich würde nie ohne Katze leben wollen.

    Liebe Grüße!

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  13. Liebe Sigrun,
    als Katzen-Angestellte hast Du nicht so wenig zu tun. Beide Kater behalten ganz genau in Auge, ob Du keine Langweile hast. Versuchst Du dich hinzulegen, wird dies von den Beiden ohne Verzögerung registriert. Ich kann nur bestätigen, "Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal". Ich will meinen Hund auf gar keinen Fall missen, auch wenn er sich manchmal so benimmt als wäre er eine Katze.
    Liebe Grüße
    Loretta

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  14. Ich musste jetzt laut lachen. Wie die Katze über Dein Gejammere denkt? Der Blick auf Foto Nr. 2 sagt alles. 'Stell dich nicht so an! Du hast es so gewollt!' Seit wann heißt da übrigens jemand Emil? Das ist mir ganz neu. Bei dem Namen würde ich mein Frauchen auch schikanieren.
    Meine Enkelkatzen Anton & Emmi sind Freigänger. Da gibt es (fast) keinen Stress, sondern am Abend eine herzliche Begrüßung. Einzige Ausnahme: das Geböller zu Silvester hat Emmi so verstört, dass sie sich zwei Tage lang im Räuberwäldchen verkrochen hat und bei ihrer Wiederkehr ziemlich zerzaust und heruntergekommen aussah.
    LG Edith

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  15. Your cats do keep you on your toes all day! Sarah x

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